Ob im Flur, Wohnzimmer oder Esszimmer – Sideboards und Kommoden sind echte Allrounder. Sie bieten Stauraum, dienen als Ablagefläche und setzen optische Akzente. Doch die Auswahl ist riesig: von günstigen Spanplatten-Möbeln bei IKEA bis hin zu handgefertigten Massivholz-Stücken. In diesem Ratgeber erfahren Sie, worauf Sie bei Maßen, Materialien und Preisen achten müssen, damit das Möbelstück perfekt in Ihre Wohnung passt – vom Altbau bis zum Neubau.

Die richtigen Maße – So passen Sideboard und Kommode in jeden Raum
Höhe: Auf Augenhöhe oder darunter?
Die Standardhöhe für Sideboards liegt zwischen 70 und 90 cm. Im Wohnzimmer sollte die Höhe zur Sitzmöblierung passen: Wenn Sie auf dem Sofa sitzen, sollte die Oberkante des Sideboards etwa auf Ellenbogenhöhe sein (60–75 cm). Im Flur sind oft höhere Kommoden (80–100 cm) besser, da sie als Ablage für Schlüssel und Post dienen. Achten Sie darauf, dass die Höhe nicht über der Türklinke liegt (ca. 105 cm).
Breite: Zum Raum und zur Wand
Messen Sie die Wand, an der das Möbel stehen soll. Ziehen Sie 5–10 cm Abstand zu angrenzenden Heizkörpern oder Türrahmen ab. Typische Breiten sind 80 cm (schmal), 120 cm (mittel) und 150–180 cm (breit). Bei einer Nische: exakt ausmessen – das Möbel sollte nicht klemmen, aber auch keine großen Lücken lassen. Denken Sie an die Durchgangsbreite: Wenn das Sideboard im Flur steht, muss mindestens 80 cm Platz zum Durchgehen bleiben.
Tiefe: Nicht zu tief, nicht zu flach
Die Tiefe beträgt meist 35–45 cm. Für Flure reichen 35 cm, fürs Wohnzimmer sind 40–45 cm üblich, um z. B. Dekogegenstände oder eine Lampe zu platzieren. Bei einer Kommode im Schlafzimmer (als Nachttisch) sind 40 cm Tiefe ideal – tiefer wird es unbequem.
Materialien im Vergleich – Von der Spanplatte bis zum Massivholz
Spanplatten und MDF (IKEA & Co.)
Die meisten Möbel im unteren Preissegment bestehen aus Spanplatten mit Melaminharzbeschichtung (z. B. IKEA MALM, IKEA BESTÅ). Diese sind günstig (100–300 €), aber empfindlich gegen Feuchtigkeit und Kratzer. MDF (mitteldichte Faserplatte) ist homogener und lackiert oft besser – Preise um 200–500 €. Bei IKEA finden Sie auch „Massivholz“-Furnier auf Spanplatte – das ist kein Vollholz.
Massivholz – Kiefer, Buche, Eiche
Massivholzmöbel sind stabiler und langlebiger. Kiefer ist weich und günstig (ab 400 € für ein Sideboard), Buche härter (ab 600 €), Eiche besonders robust und teuer (800–2000 €+). Achten Sie auf die Verarbeitung: echte Schlitz-und-Zapfen-Verbindungen statt Tackernägel. Massivholz arbeitet – bei Heizungsluft können Risse entstehen. Lassen Sie das Möbel vor dem Aufstellen einige Tage im Raum akklimatisieren.
Furnierte Möbel – Kompromiss aus Optik und Preis
Hier wird eine dünne Echtholzschicht auf Trägerplatten (z. B. MDF) geklebt. Sie sehen aus wie Massivholz, sind aber günstiger und formstabiler. Preise: 300–800 €. Nachteil: Kratzer lassen sich nicht abschleifen.
Preisspannen – Was kostet ein Sideboard wirklich?
Die folgende Liste zeigt realistische Preise in deutschen Märkten (OBI, Bauhaus, IKEA, Möbelhäuser).
- IKEA-Einstieg (z. B. BESTÅ, MALM): 80–250 €
- Mittlere Qualität (furniert, MDF, z. B. Home affaire, INOSIGN): 250–600 €
- Massivholz Kiefer/Buche (z. B. von WOHNLING, Germania): 400–900 €
- Massivholz Eiche (geölt, mit Schubladen): 800–2000 €
- Individuelle Anfertigung (Schreiner, z. B. Eiche maßgefertigt): 1500–5000 €
Zusatzkosten: Lieferung (20–80 €), Montage (50–150 €, bei IKEA oft separat).
Auswahl nach Stil und Funktion
Überlegen Sie, was das Möbel können soll. Reine Stauraummöbel haben viele Schubladen und Türen, offene Fächer sind für Dekoration gedacht. Für das Wohnzimmer als TV-Bank: Achten Sie auf eine ausreichende Breite für den Fernseher (meist >120 cm) und auf Kabeldurchlässe. Im Flur sollte eine Schublade für Kleinzeug sein.

Typische Fehler – und wie Sie sie vermeiden
- Falsche Maße: Messen Sie immer Höhe, Breite und Tiefe – inkl. Sockelleisten (die können 5–10 cm hoch sein). Das Möbel muss gerade vor die Leiste passen.
- Zu schwer für die Wand: Bei einer Kommode, die an der Wand befestigt werden muss (Kippschutz), verwenden Sie Dübel, die für das Gewicht geeignet sind (z. B. 8×50 mm Dübel bei Massivholz). Bei Altbauwänden (Poroton, Porenbeton) Spezialdübel nutzen.
- Stilbruch: Ein rustikales Eichen-Sideboard in einem minimalistischen Neubau wirkt oft fehl am Platz. Entscheiden Sie sich für eine Stilrichtung.
- Den Durchgang vergessen: Im Flur darf die Kommode nicht im Weg stehen. Zeichnen Sie einen Grundriss oder legen Sie das Möbel mit Zeitungspapier aus.
Wann zum Fachbetrieb?
In folgenden Fällen sollten Sie einen Schreiner oder Tischler beauftragen: wenn das Sideboard in eine Nische mit unregelmäßigen Maßen eingebaut werden soll; wenn Sie eine individuelle Aufteilung (z. B. spezielle Schubladen für Vinyl-Sammlungen) wünschen; wenn das Möbel sehr schwer ist (mehrere hundert Kilo) und die Wandstatik geprüft werden muss; oder wenn Sie hochwertige Massivholzmöbel mit speziellen Oberflächen (Geöl, Lack) bestellen möchten. Auch bei Elektrik: Wenn Sie LED-Streifen integrieren wollen, lassen Sie die Verkabelung vom Elektriker machen.
Checkliste vor dem Kauf
- Raum ausmessen: Länge, Breite, Höhe (inkl. Sockelleisten und Türbreite).
- Durchgangsbreite prüfen: mindestens 80 cm.
- Material entscheiden: Spanplatte, Furnier oder Massivholz?
- Preisrahmen festlegen: inkl. Liefer- und Montagekosten.
- Stauraumbedarf analysieren: Schubladen, offene Fächer, Türen?
- Oberfläche prüfen: Kratzfestigkeit, Feuchtigkeitsbeständigkeit (für Flur).
- Kippschutz einplanen: Bei Kindersicherung oder Erdbebengebieten.
- Nachhaltigkeit: Massivholz aus zertifiziertem Anbau (FSC) bevorzugen.
- Montage: Selbstaufbau möglich? Werkzeug (Akkuschrauber, Bits, Wasserwaage) bereitlegen.
